Niedrigwasser bremst Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz

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Niedrigwasser bremst Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz

Flussbestattungen sind in Rheinland-Pfalz grundsätzlich möglich – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Eine davon sorgt aktuell für Diskussionen: Die Beisetzung von Urnen in Flüssen wie Rhein, Mosel, Saar oder Lahn ist an eine festgelegte Mindestwassermenge gebunden. Konkret verlangt das Land, dass zum Zeitpunkt der Bestattung mindestens ein sogenannter „mittlerer Abfluss“ erreicht wird.

Gerade in trockenen Phasen kann das für Angehörige zu Verzögerungen führen. Denn dieser Wert wird laut Auswertungen statistisch oft nicht erreicht – teils an weniger als der Hälfte der Tage im Jahr. Besonders an kleineren Flüssen wie Lahn oder Saar sind geeignete Zeitfenster entsprechend selten. Am Rhein sind die Bedingungen vergleichsweise günstiger, doch auch hier ist die Vorgabe nicht durchgehend erfüllt.

Hinzu kommt: Nicht nur Niedrigwasser kann Bestattungen verhindern. Auch Hochwasser spielt eine Rolle. Wird die Schifffahrt aus Sicherheitsgründen eingestellt, sind ebenfalls keine Flussbestattungen möglich.

Die Regelung verfolgt laut Umweltministerium ein klares Ziel: Sie soll sicherstellen, dass sich die Asche im Wasser ausreichend verteilt und keine negativen Auswirkungen auf die Wasserqualität entstehen. Vertreter der Bestattungsbranche sehen das jedoch kritisch. Sie halten die Vorgabe für wenig praxisnah und befürchten zusätzliche Belastungen für Hinterbliebene, die ohnehin in einer schwierigen Situation sind.

Wie viele Flussbestattungen künftig tatsächlich stattfinden werden, ist bislang unklar. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa fünf Prozent der Verstorbenen diesen Weg wählen könnten. Trotz der dabei anfallenden Aschemenge fällt der Einfluss auf die Flüsse insgesamt sehr gering aus – gemessen an den natürlichen Sedimentmengen, die jährlich transportiert werden.

 

Quelle: tagesschau | Foto: Carsten Rehder/dpa

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Datum: 28.04.2026
Rubrik: Lokales
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